Das Waldrentier

Im Rotbuchenwald leckt der Nebel das den Baumstumpf zart bedeckende Moos. Das Himmelslicht beleuchtet heimlich die dunklen und geheimnisvollen Ecken des Waldes. Ein Waldren treibt sich in dieser schwebenden Wolke voran und seine langsamen Bewegungen zerteilen ihn mit Phantasie. Das Tier erkennt das von ihm so geliebte Moos, erledigt eine kleine Kapriole und beeilt sich, mit Appetit zu kosten.

Prinz der Tundra

Das Waldrentier ist eine sehr alte Tierart, die seit prähistorischen Zeiten, also vor Millionen von Jahren, gegenwärtig sein soll. Es wäre somit auch Mammuten und Wollnashörnern begegnet. Im Gegensatz zu ihnen, hat es den quartären Klimawandel überlebt.

Heutzutage besiedelt es ein paar Wälder Skandinaviens und Kareliens. Extrembedingungen angepasst überlebt es strenge Winterkälte sowie auch Nahrungsmangel. Es wandert dennoch im Winter in südlichere Gebiete. Sein größter natürlicher Feind ist der Wolf, welcher seine Wanderung nutzt, um ihn zu jagen.

Süchtig nach Moosen und Flechten, dienen seine Hufe als Schaufel bei der Nahrungssuche, um den Boden und den Schnee auszugraben.

Es ist ein sehr guter Schwimmer und rennt ebenfalls sehr schnell, bis zu 70 km/h, bei Gefahr. Heutzutage wird es für sein Wildfleisch und sein Fell gehalten und gejagt. Manchmal domestiziert, dient es ebenfalls als Zug- und Lasttier. 

Das Geweih

Sozialleben

Das Rentier lebt in Herden, welche von einem Männchen oder Weibchen mit dem längsten Geweih geleitet wird. Zu den jahreszeitlichen Wanderungen, vergrößern sich die Herden erheblich und zählen gelegentlich bis zu mehr als 1.000 Individuen!

Die Paarungszeit beginnt am Herbstanfang. Die Männchen brunften um ihre Gegner einzuschüchtern und kämpfen gewaltsam, um die Weibchen zu erobern. Im Frühling, nach einer Tragezeit von 7 bis 9 Monaten, bringt das Weibchen ein einziges Kalb zur Welt. Nach 3 Tagen muss das Jungtier schon fähig sein, der Herde zu folgen. 

Hätten Sie das gewusst?

Als einzige Hirschart trägt beim Ren auch das Weibchen ein Geweih. Männliche Tiere werfen ihr Geweih im Winter ab, Weibchen erst im Frühjahr. Die Rentiere des Weihnachtsmannes sind also alle Weibchen!

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