Der Sikahirsch

Hoch auf dem Hügel glitzert eine große Weite von Erde unter Tausenden von glänzenden gefrorenen Diamanten. Was für eine herrliche Überraschung, welche von der Sternennacht hinterlassen wurde. Die Ahorn-Samaras zappeln wie kleine Flügel im Wind und fallen wirbelnd auf den Boden. Staunend vor dieser Animation, beobachtet ein Sikahirsch wie diese Flügelnüsse geräuschlos die Erde bedeckt. Ein Pilz zieht die Aufmerksamkeit auf sich und das Tier neigt sich mit Eleganz, um ihn zu kosten. Es richtet sich mit Anmut auf, als ob es eine Reverenz machen würde und geht einen Schritt voran in dieser silberfarbigen Landschaft.

Kleiner Sportler aus dem Osten

Der Sikahirsch ist ein aus Ostasien stammender Hirsch. Er wurde in Europa im 19. Jahrhundert von  dem japanischen Kaiser als Geschenk bei einem offiziellen Staatsbesuch an den französischen Präsidenten Carnot eingeführt. Am Anfang domestiziert, jetzt lebt er auch in freier Wildbahn, unter anderem in Flandern.

Wie der Rothirsch trägt er ein Geweih, welches aber kleiner und einfacher ist. Während der Rothirsch ängstlich ist, ist der Sikahirsch wenig scheu und eher neugierig. Er lässt sich leicht von den Menschen annähern und wagt sich oft, aufgedeckt zu grasen. Wie seine Vettern Hirsche, ist er ein sehr guter Schwimmer. Er ist ebenfalls fähig 3 bis 6 Meter lange gewaltige Sprünge auszuführen.

Kreuzungen zwischen ihm und dem Rothirsch sind möglich, daraus ergeben sich fruchtbare Nachkommen. Daher ist der einheimische Rothirsch in Gefahr, seine genetische Identität zu verlieren.  Dadurch wird der Sikahirsch als „invasive gebietsfremde Art” eingeordnet.

Wenig scheu und neugierig

Sozialleben

Bei den Sikahirschen leben die Weibchen und Jungtiere in Rudeln. Ausgewachsene Männchen sind für die meiste Zeit Einzelgänger aber mittelalte Hirsche bilden manchmal auch kleine kurzlebige Trupps.

Ihrem Geburtsort treu, bleibt das Weibchen vor Ort, während das junge Männchen sich bis zu 20 Kilometer von diesem entfernen kann.

Die Paarungszeit dehnt sich von Ende September bis Anfang November aus, wobei es zu heftigen und spektakulären Kämpfen zwischen den Männchen kommen kann. Die Kuh bringt im Frühling oder am Anfang des Sommers ein einziges Kalb zur Welt. 

Hätten Sie das gewusst?

Der Sikahirsch ist die „geschwätzigste” der Hirscharten. Es werden ungefähr zehn verschiedene Lautäußerungen unterschieden.

Er ernährt sich von Kräutern, Gräsern, Flechten, Pilzen, Früchten, Trieben und Baumrinden (im Winter). In seiner Herkunftsregion verzehrt er hauptsächlich Bambus!

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