Der Rothirsch

Der Wind pfeift langsam sein Lied über das Tal herein. In der großen Ebene, wo Kräuter mit grünen und goldenen Reflexen tanzen, hoppelt fröhlich der Prinz der Wälder. Seine schlanke und muskulöse Silhouette verschwindet in dem bläulichen Nebel, um plötzlich im blassfahlen Licht des frühen Morgens wieder zu erscheinen. Sein mächtiges Rennen und sein Geweih erfreuen die Augen und lösen Emotionen aus. Der Hirsch beeindruckt und fasziniert. Welche flüchtige und gleichzeitig zeitlose Begegnung! Was für eine köstliche Erinnerung…

Prinz der Wälder

Ursprünglich ist der Hirsch ein Tier des Flachlandes. Heute zieht er sich aber eher in die Wälder zurück wegen menschlicher Aktivitäten. Denn die Menschen haben ihn immer gejagt, um sich von seinem Fleisch zu ernähren, sich von der Kälte mit seinem Fell zu schützen, sich mit seinen Knochen aufzuwärmen, mit seinem Fett zu leuchten, Waffen mit seinem Geweih herzustellen…

Seine Holzkrone, häufiger Geweih genannt, ist ein richtiges Rätsel der Natur. Das Geweih wird durch eine Knochensubstanz gebildet. Jedes Jahr im Februar-März wirft der Hirsch sein Geweih ab. Dieses wächst erneut in 100 Tagen! Das Geweih ist während seiner Wachstumsphase mit einer behaarten Haut, der sogenannten Basthaut, überzogen. Dieser Bast ist ebenso wie das noch wachsende Geweih von Blutgefäßen durchzogen. 

Das Leben eines Hirsches ist ebenfalls durch einen anderen Höhepunkt bestimmt: die Brunft, die sich im Herbst einsetzt. Während mehrerer Wochen wird der männliche Hirsch röhren, mächtige Brunftschreie ausstießen um weibliche Tiere anzulocken und sich spektakulären Kämpfen mit Rivalen hinzugeben. Dieses beeindruckende Ritual nimmt ein Ende mit der Vorherrschaft des Stärksten, welcher als Platzhirsch bezeichnet wird! 

Brunftschreie der Hirsche

Sozialleben

Ausgewachsene Tiere leben von der Brunftzeit abgesehen in jeweils nach Geschlechtern getrennten Rudeln. Bei der Hirschkuh besteht die soziale Grundeinheit aus einem Trio des Matriarchats, also aus einem Alttier (die Kuh), einem Jährling und einem Kalb. Die sogenannten Kahlwildrudel setzen sich dann aus mehreren Trios zusammen und umfasst Dutzende von Tieren. Im Herbst bilden sich neue Hirschrudel mit männlichen und weiblichen Tieren, die den Winter zusammen verbringen. Nach einer Tragzeit von 8 Monaten bringt die Kuh ein Kalb zur Welt. 

Hätten Sie das gewusst?

Die Fruchtbarkeit der Hirschkuh ist sehr kurz, nur zwischen 24 und 48 Stunden im Jahr!

Beim Hirsch ist der Geruchssinn hervorragend entwickelt. Sein Geruchsorgan wäre 1000 mal sensibler als jenes des Menschen. Er verfügt ebenfalls über ein überaus gutes Gehör.

Bei Gefahr ist der Hirsch fähig, Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h zu erreichen. Er ist ebenfalls ein ausgezeichneter Schwimmer.

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